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UniFi Protect einrichten und Speicher richtig planen

  • well100
  • 20. Oktober 2026 um 18:45
  • 44 Mal gelesen
  • 0 Kommentare
Eine UniFi-Kamera ist schnell aufgehängt. Interessanter wird die Frage, wo die Aufnahmen landen und wie lange sie reichen. Diese Anleitung zeigt, welche Hardware du brauchst, wie die Einrichtung läuft und was Protect 7.3 Neues bringt.
Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Was Protect zum Laufen braucht
  2. Einrichtung Schritt für Schritt
  3. Wie lange reicht der Speicher?
  4. Neu in Protect 7.3
  5. Kamera und Datenschutz

Die Kamera soll die Einfahrt im Blick haben. Aufgehängt ist sie schnell, aber dann kommt die Frage, wo das Video eigentlich gespeichert wird und wie lange es sich zurückspulen lässt. UniFi Protect beantwortet das mit einem eigenen Rekorder, auf dem die Aufnahmen im eigenen Netz liegen. Dieser Artikel führt durch Hardware, Einrichtung und Speicherplanung.

Was Protect zum Laufen braucht

Es braucht zwei Dinge: Kameras, die per PoE am Netzwerk hängen, und ein Gerät, auf dem die Protect-Software läuft und das die Aufnahmen speichert. Dieses Gerät kann ein Cloud Gateway mit Speicher sein oder ein eigener Netzwerk-Videorekorder wie der UNVR.

Beim Speicher unterscheiden sich die Gateways deutlich. Das UCG Max und das UCG Fiber haben einen Steckplatz für eine NVMe-SSD mit bis zu 2 TB, laut Ubiquiti reicht das für 15 HD-, 8 2K- oder 5 4K-Kameras. Das UCG Fiber wird ohne SSD geliefert. Die Dream Machine Pro Max hat zwei Schächte für 3,5-Zoll-Festplatten im Spiegelbetrieb und schafft bis zu 15 Kameras mit 4K. Der Dream Router 7 speichert auf eine microSD-Karte und eignet sich für etwa fünf HD-Kameras. Das UCG Ultra hat keinen Speicher für Aufnahmen. Wer Kameras betreiben will, sollte dort nicht anfangen.

Für Festplatten empfiehlt Ubiquiti Laufwerke, die für den Dauerbetrieb im Rekorder gebaut sind, etwa WD Purple oder Seagate SkyHawk. Normale Desktop-Platten halten das ständige Schreiben schlechter durch.

Einrichtung Schritt für Schritt

  1. Rekorder in Betrieb nehmen und Laufwerk einbauen. Ein UNVR wird unformatiert geliefert, die Ersteinrichtung dauert nach einigen Berichten etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde.
  2. Kamera an einen PoE-Port im selben Netz stecken. Nach kurzer Zeit meldet sie sich von selbst und erscheint in Protect als bereit zur Adoption.
  3. In Protect jede Kamera einzeln adoptieren. Danach bietet Protect die Firmware-Aktualisierung an, die man gleich durchlaufen lässt.
  4. Pro Kamera den Aufnahmemodus festlegen: ständig aufnehmen oder nur bei erkannten Ereignissen wie Bewegung oder Personen.
  5. Erkennungszonen einzeichnen, damit die Straße oder der Baum im Wind nicht ständig Alarm auslösen, und die Benachrichtigungen in der App einstellen.
  6. Den Zugriff von unterwegs über das UI-Konto einrichten und mit der App testen.

Welche Kameras zusammenpassen, steht im Datenblatt der Kamera. Die G6-Reihe mit Bullet, Turret und Instant ist aktuell die Standardwahl, dazu kommen die AI-Kameras und die Türklingeln.

Wie lange reicht der Speicher?

Das hängt von der Zahl der Kameras, der Auflösung und dem Aufnahmemodus ab, und die Zahlen aus verschiedenen Rechnern gehen weit auseinander. Für eine 4K-Kamera im Dauerbetrieb findet man Werte zwischen etwa 15 und über 100 GB pro Tag. Verlässlich ist das Verhältnis: Dauerhafte Aufnahme braucht ungefähr zwei- bis dreimal so viel Platz wie Aufnahme nur bei Ereignissen. Als grobe Orientierung nennen Praxisberichte für acht 4K-Kameras mit 24 TB im Dauerbetrieb gut einen Monat.

Für die eigene Planung nimmt man am besten den Kapazitätsrechner von Ubiquiti und trägt Kameras, Auflösung und gewünschte Tage ein. Ist die Platte voll, überschreibt Protect automatisch die ältesten Aufnahmen. Zwei Platten im Spiegelbetrieb schützen vor einem Plattenausfall, sind aber keine Sicherung. Wird das Gerät gestohlen oder brennt es, sind die Aufnahmen weg.

Neu in Protect 7.3

Die Version 7.3 ist seit Anfang Oktober 2026 draußen und bringt drei Dinge, die den Alltag betreffen.

Super Encoding soll laut Ubiquiti bis zu 50 Prozent Speicherplatz sparen. Die Aufnahmen halten dadurch länger auf derselben Platte. Erste Nutzer berichten bei einzelnen G-Kameras von schlechterer Bildqualität, wenn Super Encoding erzwungen wird. Deshalb erst an einer Kamera testen und dann entscheiden.

Mit dem Speicherbudget lässt sich der Platz zwischen Aufnahmen in hoher und niedriger Qualität aufteilen, für einzelne Kameras oder für alle. Wichtige Kameras bekommen dann mehr Qualität, die Gartenkamera darf sparsamer sein.

Teleport für entfernte Kameras erlaubt es, Kameras an einem anderen Standort direkt auf den Rekorder zu Hause oder im Büro aufzeichnen zu lassen, ohne Site-to-Site-VPN. Dafür gelten einige Voraussetzungen. Am Haupt-Standort muss ein UniFi Cloud Gateway mit UniFi OS ab 6.0.9 und aktiviertem Teleport laufen, ein UI-Konto ist nötig, und Protect muss mindestens in Version 7.3.68 vorliegen. Die entfernten Kameras müssen aus der G6-Reihe (ohne Edge-Modelle), der AI-Reihe oder die Doorbell Lite sein, mit Firmware ab 5.5.27. Und beide Standorte brauchen gute Internetleitungen, denn eine 4K-Kamera kann bis zu 50 Mbit/s im Upload belegen.

Kamera und Datenschutz

Eine Kamera auf dem eigenen Grundstück ist in der Regel erlaubt, solange sie nur dieses Grundstück erfasst. Gehweg, Straße und Nachbargrundstück gehören nicht ins Bild, auch nicht am Rand. Ein Hinweisschild und eine möglichst kurze Speicherdauer gehören dazu. Bei Firmen, Mietshäusern oder Gemeinschaftsflächen gelten strengere Regeln. Das ist keine Rechtsberatung. Im Zweifel hilft die Datenschutzbehörde des Landes oder ein Anwalt.

Fragen zu Kameras, Speicher oder Adoption? Im Forum UniFi Protect (Kameras) ist Platz dafür. Schreib dazu, welchen Rekorder du hast, welche Kameras daran hängen und welche Protect-Version läuft. Welches Gateway Speicher für Kameras mitbringt, zeigt der Vergleich in der Gateway-Übersicht.

  • UniFi Protect
  • Kamera
  • Super Encoding
  • Teleport
  • NVR

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